Ausbildung MassageWenn man sich überlegt, als Masseur tätig zu werden, gibt es zwei grundsätzliche Ausbildungstypen: zum einen den medizinischen Masseur, beziehungsweise „medizinischen Bademeister“ und zum anderen das weit gefächerte Berufsbild der Wellnessmasseure. Der Hauptunterschied liegt in der Dauer der Ausbildung. Ein medizinischer Masseur / Bademeister absolviert eine 2,5 Jahre dauernde Ausbildung, ein Wellnessmasseur Schulungen, die mit weitaus weniger Zeitaufwand in Wochen oder Tagen absolviert werden können. Der medizinische Masseur / Bademeister darf an kranken Patienten massieren und zu deren Heilung beitragen und arbeitet oft eng mit Ärzten zusammen, der Wellnessmasseur massiert grundsätzlich nur an Gesunden. Wir erklären, welche verschiedenen Ausbildungen es gibt.

MasseurMedizinischer Masseur / Bademeister

Ein Masseur hat eine 2 ½ jährige Ausbildung genossen, die an einer Berufsfachschule durchgeführt wurde. In Nordrhein – Westfalen heißen diese Schulen „Berufskolleg“. Masseur ist ein nichtärztlicher Heilberuf. Masseure unterstützen Ärzte bei ihrer therapeutischen Aufgabe und arbeiten meist nach ärztlicher Verordnung und Anweisung. Oft arbeiten Masseure interdisziplinär mit Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden zusammen. Als Masseur und medizinischer Bademeister hat man im Anschluss die Möglichkeit, sich zum Physiotherapeuten weiterzubilden. Mehr als 30 verschiedene Massagetechniken erlernen angehende Masseure im Laufe ihrer Ausbildung. Die Anwendung der Massagetechnik richtet sich nach dem Krankheitsbild. Auf dem Stundenplan in der Lehre stehen nicht nur praktische Kenntnisse, sondern auch trockener Lehrstoff wie  Berufsgesetzkunde, Anatomie und Physiologie, allgemeine und spezielle Krankheitslehre und natürlich Hygienevorschriften. Auch Erste Hilfe und Verbandstechnik sowie in Pädagogik, Soziologie und natürlich Massagetechniken gehören dazu. Am Ende folgt das Staatsexamen.

Sportmassage2Physiotherapeut

In Deutschland regelt das Masseur- und Physiotherapeutengesetz (MPhG) seit 1994 die Ausbildung zum Physiotherapeuten. Um sich in Deutschland als Physiotherapeut ausbilden zu lassen, benötigt man als Zugangsvoraussetzung mindestens die Mittlere Reife. Die Ausbildung beträgt drei Jahre und umfasst derzeit 2900 Stunden theoretische und 1600 Stunden praktische Ausbildung. Der Theorie-Unterricht findet nur in staatlich zugelassenen Schulen statt. Den Abschluss bildet eine staatliche Prüfung (Examen) mit schriftlichem, mündlichem und praktischem Teil. Hat der Schüler diese bestanden, so ist er „staatlich anerkannter Physiotherapeut“. Um Diplom-Physiotherapeut zu werden, muss ein weiteres Ausbildungsjahr absolviert werden, allerdings wird hierfür die Fachhochschulreife benötigt. Alternativ dazu gibt es die Möglichkeit, Physiotherapie direkt an einer Fachhochschule zu studieren. Das Studium an den meisten anbietenden Fachhochschulen dauert 6 bis 8 Semester.

Ausbildung Massage4Wellnesstherapeut

Wellnesstherapeuten fördern die Gesundheit ihrer Kunden und verhelfen ihnen zu Entspannung. Auf Kerngebiete spezialisiert, kann der Wellnesstherapeut beispielsweise in Fitness-Clubs, Welless- und Hotelanlagen sowie Heilbädern vielfältiges Wellnesstraining anbieten.

Voraussetzung für eine Tätigkeit als Wellnesstherapeut/-in sind grundlegende Kenntnisse zu Risikofaktoren, deren Ursachen und verschiedenen Krankheitsbildern. Aufgrund seiner Fähigkeit, den Kunden ganzheitlich zu betrachten, kann der Wellnesstherapeut passende Anwendungen durchführen und ihm umfassende und kompetente Ratschläge zur Aufrechterhaltung seiner Gesundheit geben. In der Weiterbildung Wellnesstherapeut/-in liegt der Schwerpunkt neben dem theoretischen Fachwissen auf den praktischen Anwendungen in Bereichen wie Thalasso, Ayurveda und Massagen. Die Ausbildung erfolgt an privaten Schulen und wird nicht staatlich geprüft. Jede Schule hat ihre eigenen Schwerpunkte und Kursinhalte, weswegen die Dauer der Ausbildung stark schwankt, aber meist innerhalb weniger Wochen absolviert werden kann.

Wellnessmasseur / Wellnesspraktiker

Auch dieses Zertifikat wird an privaten Schulen nach absolvierter Ausbildung verliehen. Man erlernt in den verschiedenen Lektionen die Kunst der Wellness-Massage z.B.: die Massage mit heißen Steinen (Hot- Stone-Massage); Sportmassage (Grundlagen & Spezialtechniken); kosmetische Lymphdrainage; Aromaöl-Massage, Fußreflexzonenmassage und vieles mehr. Vorkenntnisse oder Schulabschlüsse sind nicht notwendig. Internationale Zertifikate lauten dann auf „Wellness Practitioner“. Die Kursdauer beträgt meist zwei bis 5 Tage.

Ausbildung Massage3Geprüfter Fachpraktiker für Massage, Wellness und Prävention

Der Kurs zum Fachpraktiker für Massage, Wellness und Prävention beinhaltet auch viele theoretische Themen wie: Grundlagen von Anatomie, Physiologie und Krankheitslehre mit Schwerpunkt Bewegungsapparat, Befund- und Testverfahren, Erste-Hilfe-Techniken, Planung und Technik der Vorbeugung und mehr. Im praktischen Bereich wird unterrichtet in Wellness- und Spa-Techniken wie Saunen, Packungen, Bäder, Güsse, Wärme-/Kälteanwendungen. Massagetechniken gehören auch zur Ausbildung. Dazu gehört die klassische Ganzkörpermassage, präventive manuelle Lymphdrainage, Sportmassage und viele Wellness – Massage – Arten. Die Ausbildung ist somit deutlich fundierter als andere Zertifikate im selben Bereich und dauert dementsprechend länger. Je nach Art der Fortbildung (Fernstudium oder Schule) variiert die Ausbildungsdauer stark zwischen einigen Wochen und Monaten.

Ausbildung Massage1Massagetherapeut / Massagepraktiker

In der Ausbildung zum Massagetherapeut / Massagepraktiker lernt man die klassische Massage und weitere interessante Techniken aus der Massagetherapie wie Aromamassage, Kosmetische Lymphdrainage, Fußreflexzonenmassage, Hot Stone Massage und mehr. Teilnehmer der Massage-Ausbildung mit Heilerlaubnis (beispielsweise Heilpraktiker, Ärzte,…) erhalten ein Zertifikat zum Massagetherapeuten, Teilnehmern ohne Heilerlaubnis wird die Ausbildung zum Massagepraktiker zertifiziert. Ein Massagetherapeut hat also bereits im Vorfeld eine heilende Berufsausbildung absolviert, ein Massagepraktiker hat in nur diesem einen Kurs sein Wissen erlangt. Egal, ob ein heilender Beruf Vorkenntnisse mitbringt oder nicht: die Ausbildung dauert mindestens 3 Tage bis hin zu über 200 Stunden (je nach ausbildender Schule) und wird mit einer Prüfung abgeschlossen. Der Begriff des “Massagetherapeut” wird nicht in der Liste der staatlich anerkannten Ausbildungsberufe geführt. Auch mit Heilberuf führen Massagetherapeuten im Gegensatz zum staatlich geprüften  Masseur / medizinischem Bademeister oder dem Physiotherapeuten ihre Massagen nicht zu Heilzwecken durch, sondern sind ausschließlich im Wellnessbereich tätig.

Ausbildung Massage2Es gibt auf dem privaten Ausbildungsmarkt noch viele weitere Ausbildungen, Zertifikate, Weiterbildungsmassnahmen, Schulungen, Kurse und Fortbildungen im Bereich der Massage. Diese Aufzählung erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit sondern bietet eine Auswahl bekannter und gängiger Zertifikate, die einem bei der Suche nach einem qualifizierten Massageangebot begegnen werden.

Mögliche Ausbildungsstätten:

http://www.paracelsus.de/

http://www.terramedus.de/index.php

http://www.swav-berlin.de/

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