Seifenmassage im Hammam

Hamam2Neckattack grüßt heute direkt aus Marokko und möchte gerne von traditioneller Wellness aus dem Land am Rande der Sahara berichten. Nicht nur in Marokko sind Hammams weit verbreitet. Im gesamten arabischen Raum sind seit Jahrhunderten Hammams Orte der Entspannung, Begegnung und Körperhygiene. Hammams sind ein wichtiger Bestandteil der islamischen Bade- und Körperkultur, die es – meist etwas abgewandelt – immer mehr auch bei uns zu erleben gibt. Das Hammam an sich ist ein Dampfbad, in dem man in mehreren Schritten „bearbeitet“ wird. Im Hammam gibt es verschiedene Schritte des Rituals:Seifenmassage

Dusche

Aufwärmen

Seifenschaum – Massage

Abreibung

Abspülen

Bad

Ausruhen

Räumlichkeiten

Wer ein Hammam betritt, sollte sich zuerst erkundigen, ob es sich um ein Hammam für Frauen oder Männer handelt. Oft sind bestimmte Wochentage einem Geschlecht zugeordnet, damit Männer und Frauen immer getrennt voneinander entspannen können. Ein Hammam besteht aus meist drei Einheiten: der Umkleide, dem Dampfzimmer mit warmer zentraler Marmorplatte und den kühleren Ruheraum. Je nach Größe des Hammams können noch Pools, Duschen und private Hammambäder dazu kommen. In Hotels sind Hammams fast immer privat und es ist manchmal möglich, das Hammam auch als Paar zu nutzen. Dies sollte bei der Reservierung aber vorher abgeklärt werden.

HamamAblauf des klassischen Rituals

In der Umkleide bekommt man, je nach Land und Einrichtung, entweder ein traditionelles Baumwolltuch zum Einwickeln gereicht, oder einen Slip in Einheitsgröße, um maximale Hygiene zu gewährleisten. Zunächst sollte man sich abduschen und sich etwa eine Viertelstunde auf der 40 – 50 Grad warmen Marmorplatte in der Mitte des feuchtwarmen Raumes aufwärmen und entspannen. Mit einem speziellen, sehr rauen Massagehandschuh (meist aus Ziegenhaar) wird anschließend die durch Wärme, Feuchtigkeit und Seifenschaum aufgequollene Haut von einem Bademeister oder einer Badefrau geschrubbt. Dies kann von dem einen oder anderen als grob empfunden werden, dient aber dazu, abgestorbene Hautschüppchen zu entfernen und den gesamten Körper „porentief“ zu reinigen, Muskeln und Sehnen zu dehnen und das Bindegewebe zu durchbluten. Währenddessen übergießt der Bademeister einen mit warmem Wasser aus einer Schale, um Hautreste abzuspülen. Ein Bademeister (oder eine Badefrau) wendet dann die traditionelle Seifenmassage an, bei der er mit einem speziellen Baumwollsack besonders viel Schaum generiert und den Schaum einmassiert. Um den Kreislauf anzuregen, sind die letzten Wassergüsse kalt. Anschließen kann man noch auf der Marmorplatte weiter entspannen oder, wenn vorhanden, in einem kleinen Pool im warmen Wasser liegen. Die Hammam Zeremonie endet mit einem (oder zwei?) heißen Tee im kühleren Ruheraum.

Hammam in Mitteleuropa

Es ist schwer, bei uns ein wirklich traditionelles Hammam zu finden. Meist sind sogenannte „Hammam – Anwendungen“ in SPAs oder Schwimmbädern nur „orientalischer Art“ und werden oft mit dem reinen „Dampfbad“ gleichgesetzt. Da viele den klassischen Peelinghandschuh als zu grob empfinden, werden Anbieter in Mitteleuropa erfinderisch und bieten andere Massagen an, zum Beispiel mit weichen Bürsten und orientalisch duftenden Ölen. Wer aber die Chance hat, im Urlaub in Nordafrika oder dem arabischen Raum ein originales Hammam zu besuchen, sollte sich auch ohne Sprachkenntnisse trauen, mit den Einheimischen in diese einzigartige Welt der Entspannung aus 1001 Nacht einzutauchen. Es lohnt sich!

https://www.planet-wissen.de/alltag_gesundheit/wellness/badekultur/hamam.jsp

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